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- Ursachen eines gestörten Mikrobioms
- Unterstütze das Mikrobiom deines Pferdes
- Auswirkungen der Darmgesundheit auf den gesamten (Pferde-) Körper / Magenprobleme
- Fruktan und Hufrehe / Mythen und Fakten
In dieser Folge spreche ich mit Alexandra von Biomequine über ein Thema, das in der Pferdegesundheit immer noch teils unterschätzt wird, gleichzeitig aber eine zentrale Rolle spielt: die Darmgesundheit beim Pferd und das equine Mikrobiom.
Ein zentraler Gedanke dieser Folge: Darmgesundheit ist nicht alles – aber ohne Darmgesundheit ist alles nichts.
Wir sprechen darüber, warum der Darm weit mehr ist als nur ein Verdauungsorgan und welche Auswirkungen er auf Stoffwechsel, Immunsystem und die gesamte Regulation hat.
Dabei geht es um:
- die Bedeutung der Diversität im Mikrobiom,
- warum viele Pferde mehrere Probleme gleichzeitig entwickeln,
- Hufrehe und Fruktan – typische Missverständnisse rund um Anweiden und Weidemanagement,
- warum Fütterung allein oft nicht ausreicht und
- warum Therapie kein Sprint ist, sondern eine Begleitung auf dem Weg zur Darmgesundheit.
Diese Folge ist für dich, wenn du Pferdegesundheit wirklich verstehen willst – und bereit bist, über einzelne Symptome hinauszudenken.
Transkript:
Das Pferdemikrobiom verstehen: Im Gespräch mit Alex von Biomequine
Denise Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge. Mein Podcast heißt Pferde, Schäfer und Menschen, mein Name ist Denise, ich arbeite als Pferdeosteotherapeutin im Bereich der funktionellen Medizin für Pferde. Das gesamte Thema Darm und Mikrobiom, über das ich heute auch mit Alex sprechen werde, ist im Laufe der Zeit Teil meiner Arbeit geworden – das war nicht immer so. Ich denke, uns beide vereint ein ähnlicher Werdegang und ähnliche Erfahrungen, die uns irgendwann dazu gebracht haben, uns näher mit der Darmgesundheit zu beschäftigen, weil sie einfach unverzichtbar ist. Ich glaube, das wird eine sehr interessante Folge, sowohl für Pferdebesitzer als auch für Therapeuten.
Wir werden heute über Pferdegesundheit sprechen, und da denken wir natürlich an Training, Bewegung, Haltung – aber auch an ein Thema, um das wir nicht herumkommen: die Darmgesundheit, in diesem Fall über das Mikrobiom. Der Darm beziehungsweise das Darmhirn enthält, und das ist total spannend, mehr Nervenzellen als das Rückenmark. Und das Mikrobiom des Menschen kommt auf ungefähr ein Kilo – das ist im Grunde fast so viel wie die Hirnmasse, ungefähr gleichzusetzen, wobei man sich streiten kann, ob Trockenmasse oder Frischsubstanz gemeint ist. Die Mikrobiomforschung ist nicht nur im Humanbereich gerade voll im Gange, sondern auch im Pferdebereich. Und es ist faszinierend, wie stark der Darm sich nicht nur auf den Stoffwechsel auswirkt, sondern auch auf das Immunsystem, das Nervensystem und den Bewegungsapparat.
Deswegen habe ich heute Alex eingeladen, weil sie sich mit Hingabe dem Thema Mikrobiom widmet – ihre Seite heißt Biomequine. Ich bin bei solchen Einladungen sehr intuitiv, weil ich das laute Marktgeschrei nicht mag, sondern eher eine ruhige, differenzierte Art, Themen zu beleuchten. Wir holen Alex heute aus ihrer Komfortzone – das ist ihr erster Podcast, und deswegen freue ich mich riesig, dass sie zugesagt hat. Liebe Alex, ich begrüße dich und freue mich sehr, dass du heute bei uns zu Gast bist. Magst du dich einmal selbst vorstellen und erzählen, wie du zu diesem Thema gekommen bist?
Alex Hallo liebe Zuhörer und Zuhörerinnen. Ich bin Alex und begleite hauptsächlich Pferdebesitzer mit stoffwechselkranken Pferden – nennen wir es mal alles, was mit dem Stoffwechsel zu tun hat: Übergewicht, Untergewicht, Hautprobleme, Allergien, Cushing und so weiter. Ich helfe ihnen dabei, die Ursachen der Probleme ihres Pferdes im Zusammenhang mit dem Darmmikrobiom zu verstehen und dadurch zu verbessern oder teilweise nachhaltig zu lösen.
Denise Wie bist du dazu gekommen? Du hast ja eigentlich in einem ganz anderen Arbeitsbereich gearbeitet und arbeitest auch hauptberuflich weiterhin dort. Umso spannender finde ich das – und ich glaube, die Ursache liegt in deinem eigenen Pferd. Ist das richtig?
Alex Genau. Ähnlich wie bei vielen anderen Pferdetherapeuten ist der Grund, warum man sich einem Thema widmet, meistens das eigene Pferd – beziehungsweise ist es das bei mir immer noch. Mein Pferd habe ich damals übernommen, da war er so 10, 11 Jahre alt, eigentlich ein ganz gutes Alter. Was ihn kennzeichnete, war immer sehr starkes Kotwasser – als Schimmelpferdebesitzerin kann man sich das gut vorstellen: zwei braune bis schwarze Streifen an den Hinterbeinen. Ich war vorher Reitbeteiligung, durfte ihn dann kaufen und dachte, man müsse sich halt ordentlich damit beschäftigen, dann wird das schon. So einfach war es nicht: Im Endeffekt hat es mich über zehn Jahre Forschung, Experimentieren und Beratungsdienstleistungen gekostet, das in den Griff zu bekommen – und zwar nachhaltig, nicht nur nach dem Prinzip, ich füttere A und dann hört es auf.
Denise Was ist das für eine Rasse, was hast du für ein Pferd?
Alex Im Pass steht ungarisches Warmblut, er ist aber nur um die 1,40 Meter groß. Der Vater ist Lipizzaner, bei der Mutter kenne ich nur die Lebensnummer – ich habe da mal nachgeforscht, er kommt aus Ungarn, aber das Gestüt gibt darüber keine Auskunft, weil es eine private Zucht war. Es muss irgendein ungarisches Pony oder Ähnliches gewesen sein.
Denise Der Lipizzaner steckt also mit drin, und ich glaube, das hast du – soweit ich das aus deinen Beiträgen gesehen habe – auch beim Thema Gewicht gemerkt: Die gehören eher zu den ganz leichtfuttrigen Rassen. Das heißt, du hattest wahrscheinlich nicht nur das Kotwasser-Thema, sondern auch das Gewichtsthema, das das Pferd schon mitgebracht hat.
Alex Ja, genau. Das ging aber lange Zeit gut, bis er vielleicht so 15, 16 war. Früher war es in der Pferdefütterung so, dass der Stall gefüttert hat, der Stall die Heumenge bestimmt hat, teilweise auch das Kraftfutter. Dann ging der Trend immer mehr hin zu 24 Stunden Heu – wichtig wegen Magengeschwüren und so weiter. Damit nahm das Elend dann seinen Lauf. 24 Stunden Heu ist nicht generell schlecht, aber es funktioniert leider nicht für jedes Pferd, und das habe ich bei ihm relativ zügig festgestellt. Die Stallauswahl begrenzt aber auch immer ein Stück weit die Haltung. Irgendwann hat sich das Thema Übergewicht dann doch sehr hartnäckig auch bei meinem Pferd gezeigt, und da musste ich sagen: Jetzt muss ich hier die Bremse ziehen, so kann das nicht weitergehen.
Denise Spannend. Ich hatte kürzlich ein Pferd im Kundenstamm, das ich aufgrund einer akuten Magenthematik unterstützt habe. Da war natürlich auch das Thema Raufutterangebot dabei, das haben wir optimiert, und dem Magen ging es deutlich besser. Dann habe ich das Pferd wiedergesehen, und leider konnte die Besitzerin es aus verschiedenen Gründen nicht mehr entsprechend trainieren – ich dachte, oh Gott, die war leicht explodiert. Da müssen wir jetzt ein bisschen gegensteuern, wobei die Magenprobleme selbst nicht mehr da sind. Aber genau da kommt jetzt das Thema mit der Wiese noch dazu, zu dem wir gleich noch kommen. So kommt man von einer Idee zur nächsten: Das Raufutterangebot – also nicht Heu ad libitum, sondern Raufutter in möglichst großer Diversität – müssen wir jetzt nachjustieren, aber das darf auch ein Stück weit fließen. Es ist ja auch nicht so, dass man einmal berät und dann ist alles super, oder? Du bist da ja auch durch verschiedene Beratungen gegangen.
Alex Im Endeffekt muss man am Anfang immer irgendeinen Schwerpunkt bei dem Pferd setzen. Bei euch war es das Thema Magen – Magen ist tatsächlich auch bei mir immer wieder Thema. Aber auch da gibt es nicht die eine Wahrheit oder das eine Mittel, das alles erschlägt. Ich sage auch nicht, wenn meine Pläne umgesetzt werden, dass das dann das Ende vom Lied ist. Oft haben die Pferde ja nicht nur eine Baustelle, sondern einen ganzen Strauß Diagnosen und Krankheiten, die sich einfach entwickelt haben – das geht dann von Magen über Darm, Hufrehe, äquines Asthma, Allergien. Das ist fast schon ein Zyklus, ein fortschreitendes, sich aufbauendes Sammelsurium an Diagnosen. Da muss man einfach schauen: Ich stelle jetzt A um, und wie gestalten sich die Probleme dann weiter?
Denise Genau, das finde ich auch ganz wichtig zu sagen – auch für Pferdebesitzer, die zuhören und Beratung in Anspruch nehmen: Das verläuft nicht linear, nicht immer nur nach oben. Es ist ganz normal, dass wir auch mal kleine Rückschritte haben und andere Themen aufkommen, aber grundsätzlich sollte die Gesundheitskurve nach oben gehen – auch wenn das nicht heißt, dass es nicht weitere Faktoren gibt, weil die Umweltbedingungen eben nicht immer ideal sind und wir die Pferde nicht perfekt halten und füttern können. Alex, deine Seite heißt Biomequine, da schließt ja das Mikrobiom mit ein. Erzähl doch mal, was ist das Mikrobiom, und warum sollten wir uns als Pferdebesitzer damit beschäftigen?
Alex Erstmal zur Definition: Ein Mikrobiom ist generell die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die ein bestimmtes Areal besiedeln. Ich sehe das Pferdedarmmikrobiom als besonders wichtig an – damit meinen wir die Mikroorganismen, die hauptsächlich im Dickdarm und im Blinddarm sitzen, nicht explizit im Magen oder Dünndarm, sondern vor allem die Rohfaserbakterien. Im Blinddarm und Dickdarm sitzt die größte Anzahl an Mikroorganismen, und sie ist ausschlaggebend für die gute Rohfaserverdauung und die Energiebereitstellung beim Pferd. Ich erkläre das meinen Kundinnen immer so: Ohne diese Rohfaserbakterien, ohne dass wir sie am Leben erhalten, kann das Pferd nicht überleben. Alles Futter, das wir dem Pferd geben, sollte darauf einzahlen, diese Bakterien am Leben zu halten beziehungsweise zu füttern – ohne das Futter für die Bakterien funktioniert es einfach nicht. Früher wurden Pferde deshalb auch nicht so alt: Sie konnten irgendwann kein Heu mehr kauen, hatten also keine Rohfaser mehr und sind daran gestorben. Mittlerweile gibt es Heucobs und andere Ersatzfuttermittel, die dabei helfen, die Pferde weiter zu ernähren. Aber ohne dass wir diese Bakterien ernähren, funktioniert es nicht.
Denise Und was oft passiert: Wenn Pferde zu dünn werden, gerade je älter sie werden, wird ganz viel Kraftfutter reingekippt, das vermeintlich viel Energie bringt, ohne darüber nachzudenken, wie der Darm des Pferdes physiologisch funktioniert. Da rede ich mir auch oft den Mund fusselig: Wir können nicht anfangen, eine unheimliche Menge an schnell verfügbaren Kohlenhydraten reinzubringen, weil der Darm des Pferdes dafür nicht ausgelegt ist. Im Einzelfall kann man mal etwas dazugeben, aber erst mal muss die Grundration mikrobiomfreundlich sein – und dazu gehört eben nicht nur deutsches Weidegrasheu. Kannst du etwas zum Thema Diversität sagen – wie wichtig ist sie, und wo liegt heute das Problem? Ich sehe bei Behandlungen ganz oft Wiesen, die voll sind mit sehr hohem, breitem Gras, sehr viel Löwenzahn, Gänseblümchen und Klee. Das sieht schön grün aus, aber das ist wahrscheinlich nicht das, was wir uns eigentlich wünschen sollten, oder?
Alex Genau, das entspricht eigentlich nicht dem, wie sich das Pferd über Jahrtausende entwickelt hat. Pferde sind normalerweise auf viel größerer Fläche unterwegs – ist ein Bereich abgefressen oder bietet nichts mehr, wird weitergezogen. Das gibt es bei uns nicht, das geht nur bis zum nächsten Weidezaun. Das heißt, wir haben Flächen, die darauf getrimmt sind, möglichst viel Ertrag zu bringen, also möglichst viel Blattgrün. Von der Natur ist eigentlich vorgesehen, dass das Pferd die Wälder durchstreift und mal hier von einem Strauch, mal dort von einem Baum etwas nimmt. Dieses typische Bild – mein Pferd steht auf der Wiese und frisst viel Gras – ist eigentlich auch schon wieder gar nicht so natürlich, wie man sich das als Mensch vorstellt. Man kann da die Brücke schlagen zu dem, was für uns Menschen empfohlen wird: diese Diversität, dieser „Ernährungsregenbogen“ verschiedener Pflanzen zu sammeln. Und so sehe ich das auch für die Pferde, nur eben in Pflanzenvielfalt: Dass das Pferd auf die Wiese geht und dadurch schon viel Diversität hat, ist bei uns in Deutschland zum Großteil eigentlich nicht mehr gegeben. Ich mache das bei meinem so, dass ich ihn viel unterwegs fressen lasse, mal im Wald, oder ihm auch andere Kräuter mitbringe. Alles, was eigentlich mehr grün und vielfältig ist, ist irgendwo hilfreich, weil da viele sekundäre Pflanzenstoffe drinstecken, die dem Pferd und auch dem Mikrobiom viel mehr Substanzen und Informationen geben als einfach nur Gras.
Denise Genau. Ich fand die Vorstellung immer schön, dass das Mikrobiom – ob bei uns oder beim Pferd – im Grunde wie eine Blumenwiese mit ganz vielen verschiedenen Blumen ist. Die entstehen nur, wenn wir ganz viele verschiedene Kräuter und diverse Pflanzenstoffe mit reinbringen – wir wollen ein diverses Mikrobiom haben. Schauen wir uns aber diese Wiesen an, ist es so normal geworden, diese grünen, deutschen Weidegraswiesen zu sehen, mit vielleicht ein paar Kräutern, die man durchzählen kann – das ist zur Rarität geworden. Ich habe diese Woche noch in einem Naturschutzgebiet am Rande behandelt und eine Wiese gesehen und dachte: Wow, so sollte es sein. Aber das ist leider nicht mehr die Norm. Uns wird manchmal suggeriert, dass das, was wir da sehen, normal ist – ähnlich, wie wenn ich in die Einkaufswagen anderer Leute schaue, das mache ich gerne beim Einkaufen, weil das so viel Aufschluss gibt. Es ist so normal geworden, aber das heißt nicht, dass es gut ist. Wir können das deutsche Weidegras nicht verändern, und gerade für Rassen wie Iberer oder Robustrassen ist das eine größere Herausforderung als für Vollblüter. Darf ich mal persönlich fragen: Hat das Wissen über die Pferdedarmgesundheit auch deine eigene Ernährung verändert?
Alex Ja, ich habe auch angefangen, Podcasts mit Menschenbezug zu hören, und auf Netflix gibt es eine gute Dokumentation dazu, deren Titel mir gerade nicht einfällt – aber sehr aufschlussreich, kann ich nur empfehlen.
Denise Ich glaube, ich weiß, welche du meinst – da ging es auch um Mikrobiomforschung, und es wird ja mittlerweile auch mit Stuhltransplantationen gearbeitet. Super spannend, wie sich so etwas nicht nur auf den Darm, sondern auf den gesamten Körper auswirkt.
Alex Vielleicht kann ich dazu kurz einen Ausschnitt erzählen, weil das für den einen oder anderen interessant sein könnte – weil beim Pferd ja oft gesagt wird, wir wüssten noch nicht so viel, das sei nur ein Trend mit dem Mikrobiom, dazu gebe es noch keine Studien. Es gibt aber für vieles Studien, das muss man dazusagen, und man kann relativ viel von dem, was man beim Menschen weiß – weniger hochverarbeitete Lebensmittel, mehr Vielfalt in der Nahrung, mehr Ballaststoffe, die unsere Darmbakterien ernähren – auch auf das Pferd übertragen. In der Dokumentation geht es um eine Frau, die sehr wenige Nahrungsmittel verträgt und dabei starke Bauchschmerzen hat, kaum etwas essen kann, ohne Probleme zu bekommen. Sie beginnen dann mit einem Stuhltransfer von ihrem Bruder – wird alles in Kapseln gefüllt, sie nimmt die Kapseln, macht dadurch einen fäkalen Mikrobiomtransfer, und ihr geht es danach besser. Was sich bei ihr aber einstellt: Sie bekommt leicht Depressionen – und das kommt nicht aus dem Nichts, sondern ihr Bruder hat das auch. Man sieht also, wie sich die Bakterien von ihrem Bruder bei ihr im Darm ansiedeln, ihr Mikrobiom sich in diese Richtung verändert und sie dadurch anfälliger für Depressionen wird. Das ist doch krass, oder?
Denise Superspannend, genau. Also bitte jetzt keine Eigenexperimente machen! Ich schaue selten Netflix, aber das habe ich tatsächlich auch gesehen – wenig interessiert mich dort wirklich, aber das war wirklich gut gemacht. Sie bekam im Grunde das, was ihr Bruder an Symptomen hatte, eben die Depression – ich glaube, es gab auch einen Fall mit Akne, die jemand dann auf einmal bekam, obwohl er sie sonst nie hatte. Das war wirklich spannend.
Alex Normalerweise gibt es dafür wirklich Spenderdatenbanken für Menschen – ich weiß das, weil ich eine Kundin habe, eigentlich eine Pferdekundin, die selbst extrem betroffen ist und das auch selbst macht. Sie bekommt ihre Kapseln wirklich von Spender-Datenbanken, damit nicht plötzlich die Krankheiten des Spenders mit übertragen werden.
Denise Daran sieht man einfach, wie extrem die Auswirkungen sind. Das führt auch gleich zu dem nächsten Punkt auf meinem Spickzettel: dass der Darm mehr als nur Verdauung ist. Ich habe mich früher selbst mehr mit Ernährung beschäftigt, aber eher mit Kalorienzahlen als mit der Zusammensetzung der Nahrung. Dann habe ich bei den Pferden, deren Fütterung ich anders eingestellt habe, festgestellt, dass sie auch mental ganz anders drauf waren. Und ich denke, wenn man das in einer Beratung so richtig verstanden hat und Pferde Richtung Darmgesundheit berät, kann man eigentlich auch selbst nicht anders, als sich – nicht wie ein Pferd, aber entsprechend der physiologischen, menschlichen Gesundheit – zu ernähren, oder? Könntest du es noch anders?
Alex Nein, nein. Man fängt schon auch an, das selbst umzusetzen.
Denise Du könntest also nicht mehr einfach mit einer Cola-Dose oder einem Red Bull dasitzen?
Alex Nein, nein. Das ist auch interessant, weil mich viele fragen: Kannst du mir da auch mehr Informationen geben, auch für meine Ernährung? Das erinnert mich daran, dass ich das mal für meine Kundinnen zusammenstellen wollte – Infos zu Podcasts oder Webseiten, die darüber aufklären. Ich kann mir das für mich selbst auch nicht anders vorstellen, und es gibt viele Kundinnen, die daraufhin anfangen, ihre eigene Ernährung umzustellen – das finde ich mega gut.
Denise Und das ist ja auch gar nicht unbedingt so kompliziert. Allein wenn man sagt: cleane Ernährung, keine industriell hochverarbeiteten Lebensmittel, die – ich glaube, das kam ursprünglich aus den USA – mittlerweile über 50 Prozent der Ernährung ausmachen. Das ist Wahnsinn. Wenn man das allein schon weglässt und sich clean ernährt, je nach Typ und Bewegungsumfang auf die Kohlenhydratzufuhr achtet und auf eine ausreichende Mikronährstoffversorgung, habe ich oft erlebt, dass Kunden sich dadurch auch selbst besser ernährt haben. Ich berate auch im Humanbereich, habe das aber nicht mehr offiziell auf meiner Seite stehen, weil die Bereitschaft der Pferdebesitzer oft größer ist.
Alex Ach so, wenn Pferdebesitzer sehen, was bei ihrem Pferd möglich ist, sind sie dann auch empfänglicher dafür, ihre eigene Ernährung umzustellen?
Denise Das auch, aber ich habe eigentlich nur noch Pferdebesitzer, die ich berate, und ich habe das nicht mehr offiziell auf meiner Seite, weil ich festgestellt habe, dass viele dann fragen, welche Nährstoffe sie zu sich nehmen und welche Supplemente sie einnehmen sollen, aber manchmal nicht bereit sind, an der Grundbasis Ernährung zu arbeiten. Es ist einfacher, zu sagen „füttere dein Pferd so und bewege es so“, als einem Menschen zu sagen, er solle ganz viel umstellen. Die Bereitschaft, etwas für das Tier zu tun, ist oft größer als die Bereitschaft, eigenverantwortlich für sich selbst etwas zu tun. Ich wollte nur kurz erwähnen: Wir haben Verbindungen, die unheimlich spannend sind – einmal die Darm-Hirn-Achse und die Darm-Gelenk-Achse. Der Darm bekommt nicht nur Informationen aus dem Hirn, die Verbindungen vom Darm zum Hirn sind sogar größer als umgekehrt. Fast jeder weiß, dass Stress auf den Magen schlägt – andersherum ist die Verbindung noch größer, nur ist uns das nicht so bewusst. Das läuft über die Kommunikation des Mikrobioms und der Bakterien untereinander, aber auch über Stoffwechselprodukte, die in die Blutbahn und zum Teil bis zum Hirn gelangen, manche überschreiten die Blut-Hirn-Schranke, manche nicht, je nachdem, um welche Stoffe es sich handelt. Auch das Immunsystem – die Immunzellen werden zum größten Teil in der Darmschleimhaut gebildet und dann ans Hirn gemeldet. Der Darm hat also eine wahnsinnige Wirkung auf das mentale Wohlbefinden, aber auch über die Blutbahn auf die Gelenke. Ich hatte mal eine Kollegin, Manualtherapeutin, die sagte, sie hätte nie gedacht, dass Probleme im Bewegungsapparat wirklich etwas mit dem Magen-Darm-Trakt zu tun haben können – dass Probleme, die man als Manualtherapeutin fühlt, eine ganz andere Ursache haben können als nur eine rein funktionelle. Was belastet das Mikrobiom bei Pferden vor allem, was siehst du da?
Alex Wir können natürlich nicht alles beeinflussen. Die Aufzucht spielt schon eine große Rolle – wie kommt das Pferd zu seinem Mikrobiom? Ganz am Anfang über das Mikrobiom der Mutter, das Fohlen bekommt das direkt mit. Genauso die Aufzuchtfuttermittel, die teilweise extrem stärkereich sind, was eher negativ ist. Fohlen werden in der Aufzucht auch relativ viel entwurmt, dafür gibt es vorgeschriebene Wurmkuren. Vor allem unbegründete Wurmkuren sind, denke ich, auf jeden Fall ein Riesenthema. Ich kann es auch im Jahr 2026 nicht nachvollziehen, dass man da einfach etwas mit Selbstverständlichkeit verabreicht, ohne zu wissen, ob es notwendig ist. Ich weiß, dass viele darauf keinen Einfluss nehmen können, weil das oft die Stallbetreiber vorgeben, aber es ist trotzdem merkwürdig – die meisten nehmen ja hoffentlich auch nicht selbst ein Antibiotikum, ohne dass es notwendig ist. Auch Antibiotikagabe ist beim Pferd ein Thema. Ich erinnere mich an ein Pferd, das mit meinem zusammenstand – die haben sich als Wallache ein bisschen am Halfter-Maul-Bereich gezerrt, das andere Pferd hatte eine kleine Wunde und bekam daraufhin erst mal fünf Tage Antibiotikum. Ich dachte, krass, ob das jetzt wirklich notwendig war. Medikamentengabe ist ein großes Thema, wir sollten uns einfach immer im Klaren sein, dass sie eine Auswirkung hat – das heißt nicht, dass man sie nicht geben soll, es gibt genug begründete Anlässe, niemand sollte deshalb ein Antibiotikum eigenmächtig früher absetzen. Was auch eine große Rolle spielt: Stress, und Magenmedikamente, die meiner Meinung nach auch sehr inflationär eingesetzt werden, bei Menschen genauso wie bei Pferden. Aber natürlich auch generell die Haltung: Wie viel Kontakt hat das Pferd mit anderen Pferden? Mittlerweile gibt es viel artgerechte Haltung, das ist alles in Ordnung, aber es gibt auch immer noch das krasse Gegenteil. Viele Sportpferde werden eher isoliert gehalten – und damit meine ich nicht nur isoliert von anderen Pferden, sondern auch von der Umwelt, nicht nur Weidegang, sondern wirklich mal draußen im Wald. All diese Bakterien, die überall sind, geben Input an das Mikrobiom im Pferd weiter – da sind überall Mikroorganismen drauf, und dieser Kontakt sollte mehr gefördert werden.
Denise Natürlicherweise von klein auf. Hat man ein Pferd, das 15 Jahre nur in der Box gestanden hat, und schickt es dann raus, hat man andere Herausforderungen. Aber definitiv, wenn es von klein auf passiert, ist die Aufzucht so entscheidend. Auch bei Stoffwechselthematiken: Die Mitochondrien der Mutter, der Stute – ich glaube, zu 99 Prozent stammen die Mitochondrien von der Stute – das heißt, Stoffwechselstörungen, die die Stute mitbringt, überträgt sie auch an ihr Fohlen, ähnlich beim Menschen. Ich habe jedenfalls sämtliche Stoffwechselthematiken schön an meinen Sohn weitergegeben. Aber da sehe ich durchaus Parallelen, das finde ich spannend. Und wahrscheinlich auch nochmal: Was stört das Mikrobiom sonst noch? Die fehlende Futtervielfalt, aber darüber hatten wir vorhin schon gesprochen.
Alex Ja, oft ist es einfach so, dass diese Vielfalt nicht existiert. Das läuft über Heu, Mineralfutter, und damit gilt das Pferd als ausreichend versorgt. Ich habe vorher überlegt, was ein guter Vergleich für uns Menschen wäre – wenn wir uns nur von Nudeln als Kohlenhydrate, ein bisschen Ballaststoffen, etwas Protein wie Fleisch oder Käse ernähren würden und dann nur noch einen Multivitamin-Cocktail nehmen. Da würde niemand sagen, das sei eine gute Ernährung für uns Menschen. Das war für mich einer der größten Game-Changer, weil ich jahrelang genauso gedacht habe, dass das Pferd damit ausreichend ernährt sei.
Denise Gemeinerweise – und das finde ich so schade an der Futtermittelindustrie, wobei es wirklich tolle Hersteller gibt – wenn man solche Beispiele bringt, denkt man schnell, oh Gott, dem kann ich ja auf nichts mehr vertrauen. Aber es gibt ganz tolle Hersteller und Firmen. Es gibt aber eben auch das Kräutermüsli, das nur 3 Prozent Kräuter enthält und trotzdem groß „Kräutermüsli“ draufsteht – das finde ich schade, weil den Leuten suggeriert wird, dass das Pferd damit gut versorgt ist. Bei ganz vielen Futtermitteln steht drauf „vollständig mit Vitaminen zugesetzt, vitaminisiert und mineralisiert“, und das stimmt oft nicht so ganz. Wir wollten die Frage ja auch gar nicht in dem Sinne stellen, was ein gutes Mineralfutter ist – denn es gibt nicht das gute Mineralfutter, sondern die Frage ist, was wir zufüttern müssen, also was im Heu oder im Grundfutter fehlt. Deswegen kann ich auf die häufigste Frage, die ich bekomme – „was hältst du von dem und dem Mineralfutter“ – auch nichts sagen. Was würdest du denn füttern?
Alex Da muss ich erst mal schauen, was das für ein Pferd ist. Das zieht immer 20 weitere Fragen nach sich.
Denise Genau. Und ich finde, wenn man seriöse Therapie anbietet, braucht das einfach Zeit, das geht nicht zwischen Tür und Angel. Natürlich kommt man oft auf ähnliche Faktoren zurück – ich denke da an die Darmentzündung, die durch viele dieser Faktoren entstehen kann und dazu führt, dass das Immunsystem schwächer wird, weniger Stoffe aufgenommen werden, die Darmwand zu durchlässig wird, was wir bei Menschen als Leaky Gut kennen, aber beim Pferd genauso vorkommt. Worauf ich hinaus wollte: Wir müssen so viele Faktoren berücksichtigen, es gibt diverse Futtermittel gerade bei Eiweißen – wir können nicht sagen, das Eiweißprodukt sei genau das Richtige, weil alle eine unterschiedliche Aminosäurenzusammensetzung haben, und man weiß ja nicht genau, was bei dem Pferd gerade fehlt, dafür bräuchte man ein Aminogramm. Bevor ich mich da um Kopf und Kragen rede: Typische „Baustellenpferde“ haben, wie du auch schon sagtest, gefühlt alles gleichzeitig – neben offensichtlichem Magen- und Darmproblem auch häufiger Husten- und Allergie-Thematiken, Hufrehe-Thematiken. Wie würdest du das in einen Zusammenhang bringen? Wie unterscheidest du zwischen Darm und Allergie oder Unverträglichkeit, Hautproblemen? Und wo liegt für dich der Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit?
Alex Viele Fragen auf einmal! Grundsätzlich ist eine Allergie das, was das Immunsystem triggert und für eine Entzündungsreaktion sorgt – der Körper möchte etwas abwehren, möglichst schnell aus dem Körper raushaben oder gar nicht erst damit in Kontakt kommen. Eine Unverträglichkeit wäre eher so etwas wie: Heulage verträgt nicht jedes Pferd, egal ob gute oder schlechte Heulage – mein Pferd zum Beispiel verträgt sie nicht, das habe ich getestet, und nach etwa zwei Wochen ging da gar nichts mehr. Das wäre für mich eine Unverträglichkeit: Der Körper kommt mit etwas nicht zurecht, kann es zum Beispiel nicht verarbeiten und sagt, bitte auf schnellstem Weg wieder raus – ähnlich wie wenn man etwas Verschimmeltes isst und der Körper die Toxine möglichst schnell loswerden will, das ist ja keine Allergie im eigentlichen Sinn, sondern der Körper will einfach das, was er nicht verträgt, schnell wieder loswerden. Bei Pferden, die viele Allergien oder ein Juckreiz-/Entgiftungsthema haben, sage ich den Kunden immer: Bitte langsam umstellen. Es gibt einfach Möglichkeiten, dass das Pferd negativ auf etwas reagiert, auch wenn das Futter noch so natürlich ist, seien es nur Sonnenblumenkerne oder Leinsamen. Also bitte immer langsam umstellen und schauen, wie das Pferd reagiert, nicht jeden Tag etwas anderes ausprobieren.
Denise Wenn ich das zusammenfassen darf: Allergien sind eher selten, dabei haben wir eine schnelle Reaktion des Körpers auch auf geringste Mengen – eine nachweisbare Reaktion des Immunsystems auf eine geringe Menge eines Stoffs. Bei einer Unverträglichkeit kann es auch sein, dass erst eine größere Menge zu Problemen führt. Manchmal wird schnell „Allergie“ gesagt, dabei ist es häufig eher eine Unverträglichkeit – eine Allergie ist natürlich viel schwieriger zu behandeln als eine Unverträglichkeit. Ich glaube, wir sind uns einig, dass der Darm im Grunde der größte Kontakt zur Außenwelt ist – sogar größer als die Haut, auch wenn man immer sagt, die Haut habe den größten Kontakt zur Außenwelt. Wenn es dem Darm oder auch der Leber nicht gelingt, das Ganze zu verstoffwechseln und zu entgiften, reagiert die Haut. Das ist auch wieder ein Riesenfeld, darüber könnte man eine ganze Podcast-Folge machen.
Alex Da könnte man auch noch stundenlang drüber sprechen.
Denise Genau, zum Thema Allergien und Unverträglichkeiten. Ich hatte noch eine Frage notiert zum Thema Probiotika und Co. – das finde ich selbst auch total spannend und bin da noch nicht zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen, wie ich damit umgehe. Das war auch die Frage einer Hörerin: Was hältst du von Dingen wie Saccharomyces cerevisiae – also dem, was im Grunde ans Pferd gebracht wird, physiologisch eigentlich nicht in den Darm des Pferdes gehört, aber trotzdem eingesetzt wird? Wie ist dein aktueller Stand dazu?
Alex Ich benutze das nicht. Ich habe damit bei meinem Pferd auch viele Experimente gemacht, weil es der Klassiker ist, der überall verwendet wird – günstig herzustellen, leicht zu bekommen, deswegen ist es in vielen Futtermitteln enthalten. Es gibt Pferde, die positiv darauf reagieren, wobei die Wirkung eher daran liegt, dass sich die Immunreaktion verbessert, nicht daran, dass es sich irgendwo ansiedelt – es hat also durchaus einen Einfluss auf das Mikrobiom, auf den Darm. Aber es gibt auch Pferde, die negativ darauf reagieren, wie mein eigenes – der bekommt davon sofort Durchfall. Ich setze es persönlich nicht ein und finde es für mich nicht logisch, das dauerhaft einzusetzen, weil die Pferde es physiologisch nicht brauchen. Ob es ein teures Markenprodukt oder ein günstiges Produkt ist, kann ich persönlich keinen Unterschied feststellen. Die Wirkung ist teilweise allein dadurch gegeben, dass es durch den Darm geht und das Immunsystem dabei ein bisschen wieder auf Vordermann gebracht wird. Ich persönlich setze es aber nicht ein.
Denise Genau, ich auch nicht gerne, muss ich sagen. Ich wusste vorher nicht, wie deine Meinung dazu ist, und bin jetzt beruhigt, dass wir da ähnlich ticken. Das Einzige, was tatsächlich erforscht ist: Es ist zwar kein körpereigener Stoff, kann aber kurzzeitig zu einer verbesserten Rohfaserverwertung und einer verbesserten Regulation des Mikrobioms führen – kurzzeitig eingesetzt. Meine Erfahrung ist, dass es entweder richtig gut funktioniert oder komplett nach hinten losgeht, und mir persönlich ist das Risiko zu groß. Grundsätzlich würde ich sagen: Wenn es bei einem Pferd super geholfen hat, ist das okay, aber ich würde es niemals dauerhaft einsetzen, weil ich glaube, dass es das Milieu durcheinanderbringen könnte.
Alex Schwierig, genau, so ist auch mein Gefühl dazu. Ich bin generell kein Freund davon, etwas dauerhaft zu geben, um etwas am Laufen zu halten. In meinen Beratungen setzen wir Impulse mit bestimmten Futtermitteln, aber ich sage dann auch, dass wir das nach einer bestimmten Zeit wieder weglassen, weil der Körper das eigentlich allein schaffen sollte. Es gibt sicherlich Pferde, bei denen wir dauerhaft unterstützen müssen, weil schon so viel kaputtgegangen ist – da habe ich definitiv ein Pferd, bei dem wir sagen, wir verändern an diesem Plan einfach nichts mehr, damit ist das Pferd stabil. Dann kann man auch mit Menge und Dosierung ein bisschen spielen und schauen, was das Pferd wirklich noch braucht. Aber ich kann auch verstehen, wenn der Besitzer sagt, lassen wir es einfach so, weil es so funktioniert. Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass man nicht dauerhaft immer irgendetwas dazugeben muss.
Denise Also im Grunde ist das Ziel deiner Beratungen, kurzzeitig zu helfen und zu unterstützen, aber langfristig eine praktikable, nicht unbedingt teure Lösung zu finden. Es gibt ja auch viele Dinge, wie man auf deinen Videos sieht, wenn du spazieren gehst – frische Knabberzweige, wobei man natürlich wissen sollte, was und in welcher Menge man das gibt. Aber ich finde auch, es gibt so viele Dinge, die kostenlos verfügbar sind.
Alex Ja, definitiv – sei es nur der Kontakt der Pferdenase zu moosbewachsenem Waldboden, oder das Schnüffeln an anderen Pferdeäpfeln. Man muss natürlich unterscheiden, ob das Pferd gerade eine Infektionskrankheit hat, aber das ist eher selten.
Denise Das mache ich übrigens in der Behandlung auch gerne – selbst wenn ich nur osteopathisch behandle und das Pferd fängt an zu äppeln, gehe ich gerne hin und halte meine Nase drüber. Interessant, dass das beim Pferd so normal ist, dass man sich die Äpfel anschaut – bei Menschen ist das anders, wenn man nach der Stuhlkonsistenz fragt, kommt eher ein „Oh Gott, bloß nicht näher nachfragen“.
Alex Ja, genau, ich habe auch so viele Pferdeäpfel-Fotos auf meinem Handy, weil mir das auch immer zugeschickt wird – so sah es vorher aus, so sieht es nachher aus.
Denise Genau, das ist doch recht so. Ich kann es zwar nicht wissenschaftlich belegen, wie groß die Äpfel sein sollten, aber wenn ich so ein riesiges Warmblut vor mir habe und dann kommen kleine, sehr sauer riechende Kaninchenköttel raus, darf man da schon nach der eigenen Wahrnehmung gehen. Ein großes Thema, das für viele immer noch brisant ist, ist Weidemanagement, Hufrehe und Fruktan – ich glaube, das ist auch dein Steckenpferd-Thema. Magst du diesen Mythos Hufrehe und Fruktan einmal aufgreifen?
Alex Genau, also einmal war meiner wirklich sehr, sehr dick, und ich bin auch von meiner Hufbearbeiterin schon in Richtung „bloß keine Hufrehe riskieren“ gedrängt worden, und hatte auch selbst Sorge, dass er irgendwann in die Richtung abdriftet. Ich kann nur sagen, das war auch mehr Glück als Verstand, dass es nicht dazu gekommen ist. Deswegen wollte ich mich in die Richtung auch sehr gut informieren, habe damals bei Team Huf über den Hufrehe-Berater ein sehr umfangreiches Wissen angeeignet, und dabei festgestellt, dass da viel Unwissen herrscht – auch weil sich über die Jahre viel falsches Wissen verbreitet hat, unter anderem beim Thema Fruktan. Das stammt nur aus einer Studie, in der Pferden über eine Nasenschlundsonde in kurzer Zeit sehr hohe Mengen Fruktan verabreicht wurden – ein normales Warmblut mit rund 500 Kilo bekam da innerhalb kurzer Zeit drei bis fünf Kilogramm reines Fruktan verabreicht, und dadurch wurde Hufrehe ausgelöst. Deswegen hat sich hierzulande die Meinung verbreitet, wir müssten immer auf die Fruktanampel achten. Für den normalen Weidegang spielt das aber keine Rolle, weil wir diese Fruktanmengen dort nicht erreichen, schon gar nicht über einen kurzen Zeitraum von drei bis fünf Stunden – es sei denn, ein Pferd würde sich wirklich extrem überfressen, aber das ist praktisch nicht möglich. Es ist also nicht möglich, dass man durch Weidegang und Fruktan Hufrehe auslöst. Dann fragt sich natürlich jeder: Warum haben wir dann so viele Hufrehe-Pferde? Weil wir durch den Weidegang beziehungsweise das Gras an sich viele leicht verfügbare Kohlenhydrate ins Pferd bringen, und der Organismus dafür einfach nicht bei jedem Pferd ausgelegt ist. Das ist ähnlich, wie wenn wir uns extrem zuckerreich ernähren – irgendwann haben wir dasselbe Problem. Das wäre die Kurzfassung dieses Mythos-Themas.
Denise Genau. Wäre deine Idee dann also gar nicht, extrem vorsichtig anzuweiden, sondern eher, dass das Pferd das ganze Jahr über Zugang zu gewissen Pflanzenarten und verschiedenen Gräsern hat, sodass das Anweiden im Frühjahr kein so großes Problem mehr darstellt? Hast du dazu ein paar Tipps?
Alex Ja, genau. Das Anweidethema ist deswegen ein großes Thema, weil das Gras am Anfang sehr viel Wasser und eher wenig Rohfaser enthält. Deswegen weidet man langsam an, damit sich die Umstellung im Verdauungstrakt langsam vollziehen kann – Pferde brauchen viel Rohfaser, und der Rohfasergehalt im Gras ist im Frühjahr nicht besonders hoch. Der Darm bekommt dann auf einmal eine große, manchmal auch kleine Menge Futter, das aber nicht mehr so viel Rohfaser enthält, und um das Pferd langsam daran zu gewöhnen, sollte man die Futtermenge langsam steigern. Einfacher ist es natürlich, wenn das Pferd ganzjährig immer wieder Zugang zu Gras hat – was nicht unbedingt heißt, dass man eine Ganzjahreskoppel hat. Mein Pferd ist auch eher leichtfuttrig, und ich kann als Einstellerin nicht auf die komplette Graszusammensetzung Einfluss nehmen, muss die Koppel also erst mal so nehmen, wie sie ist. Um ihn das ganze Jahr daran zu gewöhnen, dass auch mal Gras reinkommt, kann man das Pferd auch im Winter zwei-, dreimal die Woche etwas Gras fressen lassen, auch wenn Schnee liegt oder es nicht mehr so hübsch aussieht – so mache ich das mit meinem.
Denise Ich kenne das von einigen Ställen, die sagen: Wenn die Pferde im Sommer auf die Wiese gehen, bekommen sie gar kein zusätzliches Stroh, Heu oder Knabberäste mehr. Wie siehst du das, hältst du das für eine gute Idee?
Alex Nein, grundsätzlich halte ich das nicht für eine gute Idee. Allerdings muss man sagen, dass viele Pferde, wenn sehr viel Gras zur Verfügung steht, auch gar nicht mehr so viel Heu wollen – das erlebe ich auch immer wieder. Wir können die Pferde nicht dazu zwingen, Heu, Stroh oder Knabberäste zu fressen, aber wir können es immer wieder anbieten, das ist glaube ich das Wichtigste. Ich finde es kritisch, weil der Rohfaserbedarf trotzdem noch da ist, und gerade am Anfang, wenn das Gras noch vor der Blüte steht, müssen die Pferde sehr viel Gras fressen, um diesen Rohfaserbedarf zu decken. Dadurch sieht der Bauch dann einfach mal etwas mehr aus, weil da mehr Masse ist als bei Heu.
Denise Und dann kommen die von der Wiese zurück wie eine Bombe, mit je nach Typ unheimlich ausladenden Bäuchen. Deswegen ist auch der Faktor Bewegung so essenziell – wenn wir den Pferden so ein fettes Buffet vor die Nase setzen, bewegen sie sich zwischen den einzelnen Grasbüscheln nicht besonders viel, sondern hauen richtig rein. Deswegen die Frage an dich: Können wir nicht alles über die Fütterung lösen, sondern müssen auch das Thema Bewegung einbeziehen? Würdest du sagen, Bewegung ist nach der Fütterung das Wichtigste, oder gleichwertig? Welche Ideen hast du dazu?
Alex Das ist wirklich schwierig, daraus eine Hierarchie zu machen. Es muss einfach alles zusammenpassen – Haltung, Bewegung und Fütterung sind ein Gesamtkonzept, und die besten Ergebnisse habe ich beziehungsweise haben meine Kunden, wenn alle drei zusammenpassen. Ich kann nicht sagen, mein Pferd ist viel zu dick, frisst aber jeden Tag 20 Kilo Heu, obwohl es eigentlich nur 300 bis 400 Kilo wiegen sollte, und dann trotzdem irgendwelche Nährstoffe für den Darm mit reinbringen, in der Hoffnung, dass das alles rettet. Am Anfang schaue ich immer, wie das Pferd gehalten und bewegt wird, das frage ich auch entsprechend ab. Am Anfang gehe ich noch nicht so explizit darauf ein, weil der Fokus zunächst auf dem Darm liegt, um da erst mal etwas in Gang zu bringen. Aber in hartnäckigen Fällen sage ich schon etwas dazu, weil dreimal die Woche leicht bewegen, wenn überhaupt, meiner Meinung nach nicht ausreicht – es sei denn, das Pferd steht im Aktivstall und läuft ohnehin täglich 10, 12 Kilometer, dann haben wir eine ganz andere Ausgangsbasis. Bewegung, und ich will da gar nicht Training sagen, weil jeder gleich an Springstunde oder Dressurreitstunde denkt, sondern einfach generell das Thema Bewegung. Da kommen wir auch wieder zu einem anderen Thema: Nicht jedes Pferd ist trainierbar – ein Hufrehe-Pferd ist nicht trainierbar, aber hoffentlich irgendwann wieder bewegbar. Das ist der erste Schritt, um das Ganze wieder auf eine gesunde Basis zu bringen. Wenn man ein Hufrehe-Pferd nicht bewegen kann, wird es einfach nichts, denn Bewegung ist der erste Schlüssel dafür, dass der Stoffwechsel wieder richtig funktioniert. Da sollten wir eher ansetzen, statt nur Produkt XY für Entgiftung oder Stoffwechselunterstützung zu kaufen und das Geld dahin zu stecken, anstatt zu sagen, ich muss das Pferd anderthalb Stunden bewegen, nicht nur 20 Minuten – 20 Minuten ist gar nichts.
Denise Und gerade in Bezug auf die Insulinsensitivität, also bei endokriner Hufrehe, ist es auch so, dass Bewegung über die Ausschüttung von Myokinen aus der Muskelaktivität die Insulinsensitivität verbessern kann, wobei man das, wie du richtig sagst, individuell betrachten muss. Und ich finde es auch immer wichtig, den Besitzer mit einzubeziehen. Ich hatte mal eine Kundin, die selbst eine sehr belastende private Situation hatte, und wenn ich ihr dann gesagt hätte, sie solle noch ins Zentral-Training gehen – es gibt tolle Sachen wie tensegrales Training oder Dualaktivierung, wirklich super Trainingsmethoden – aber da habe ich einfach gesagt: Geh spazieren.
Alex Ja, wenn die Kapazität gerade nicht da ist – klar, so etwas spielt auch eine Rolle, gerade beim Thema Hufrehe oder generell Gewichtsabnahme. Ich war selbst auch schon in so einem extremen Stressmodus, „ich muss das Pferd bewegen“, und habe ihn teilweise zweimal am Tag bewegt. Das hat mir keinen Spaß gemacht, meinem Pferd auch nicht, und es hat ihn, glaube ich, sehr gestresst – mich jedenfalls sehr. Und davon hat niemand etwas. Ich schaue heute immer, wie wir wieder mehr Bewegungsfreude im Pferd erzeugen können, auch über die Art des Trainings oder der Bewegung, die dem Pferd Spaß macht.
Denise Die dem Pferd Spaß macht, aber auch dem Besitzer – ich finde es so wichtig, den mit einzubeziehen, weil er das ja umsetzen muss. Wenn ich sage, du musst jetzt das und das an Training einbauen, und er sagt, das ist überhaupt nicht mein Ding, dann kommt er nicht ins Umsetzen. Manchmal wird das zu kompliziert gemacht. Eine Kundin, die ich hatte, ist mit ihrem Pferd durch den Wald gelaufen und hat jeden Baum als Slalom mitgenommen, über Stock und Stein – wunderbar, von der Tragfähigkeit her fand ich das wirklich unglaublich, was sie da erreicht hat. Sie hat den Kopf freibekommen, und das Pferd hatte Spaß daran – eine Kaltblutstute, die dafür gemacht ist. Auf dem Reitplatz hatte sie dagegen wenig Motivation.
Alex Viele Pferde haben wenig Motivation auf dem Platz, meiner auch nicht der übermotivierteste. Es gibt gute Tage – gestern hatte ich Reitstunde, das war sehr zäh, wir haben dann abgebrochen und einfach vom Boden aus mit ihm gearbeitet, weil ich da ein anderes Gefühl und andere Ansprüche an mich selbst habe, als wenn ich draufsitze. Mittlerweile gibt es so viele Möglichkeiten, ein Pferd zu bewegen und Zeit mit ihm zu verbringen – ich hatte vorher ein Shetlandpony, deswegen habe ich generell nicht nur Reiten im Kopf, sondern auch viel Bodenarbeit, Zirzensik, kleine Kunststückchen. Mittlerweile gibt es auch Horse Agility, Doppellonge, einfache Longe, Springen an der Longe, Freispringen, Wippentraining – das hätte ich früher auch gerne mit meinem Shetty gemacht, gab es damals aber noch nicht. All das kann Bewegungsfreude im Pferd ermöglichen, und das wirkt sich wiederum positiv auf den Stoffwechsel aus. Viele Pferde mit Magenthematiken oder Verdauungsproblemen haben auch eine gewisse Anspannung, zum Beispiel die typischen MIM-Kandidaten, die eher sehr straff und angespannt sind – das überträgt sich auch auf den Verdauungstrakt, sie neigen dann eher zum Aufgasen oder zu unterschwelligen Magenthematiken, was nicht heißt, dass sie alle ein Magengeschwür haben, aber eine gewisse Anspannung mitbringen. Man kann durch die Fütterung etwas Wohlbefinden auslösen, aber genauso durch die Art, wie man mit dem Pferd arbeitet und es bewegt. Das ist alles ein enges Zusammenspiel – gerade die MIM-Pferde bringen mich schon an Grenzen, was allein die Fütterung angeht, weil nicht alles über die Fütterung geht.
Denise Das stimmt, genau. Deswegen auch die Frage: Was interessiert dich denn? Wir haben jetzt über ziemlich viele Themen gesprochen, das ist mir bewusst – ich hoffe, die Zuhörer nehmen trotzdem wichtige Impulse mit. Was interessiert dich aktuell am meisten, in welchem Bereich möchtest du dich noch weiterentwickeln? Wofür brennst du gerade?
Alex Oh, da gibt es so viel. Ich bin wie ein Schwamm, was das Thema Pferd angeht. Bei mir ist das aktuell auch intensiv das Thema Training, aber nicht nur klassisch im Sinne von „hier anfassen, da drücken“, sondern auch das Thema Nervensystem – es bringt nichts, irgendwelche Lektionen vom Pferd durchzudrücken, ohne dass es die Losgelassenheit dafür hat, dass es vom Kopf her dabei ist und eine Bewegung zulässt, statt sie nur abzuspulen. Diese Ebene finde ich super spannend, und da stehe ich gefühlt noch ganz am Anfang. Ich glaube, ich habe in meiner Pferdelaufbahn schon so viele Richtungen und Trainer kennengelernt, aber es kommt immer wieder etwas Neues dazu, und das finde ich einfach spannend.
Denise Das hatte ich mir auch als Frage notiert: Was sind deine größten Learnings aus deiner Arbeit, oder was hättest du vor 10, 15 Jahren nie gedacht?
Alex Einmal, wie groß der Einfluss des Darms beziehungsweise des Darmmikrobioms ist – Verdauungseffizienz, Fressinstinkte, hormonelle Einflüsse, das ganze Thema Entgiftung, bei dem jeder nur auf die Leber schaut, aber kaum jemand darauf, was der Darm dazu zu sagen hat. Das sind Erkenntnisse, zu denen ich vor zehn Jahren noch ganz anders gedacht hätte. Aber auch das Thema Übergewicht in dem Zusammenhang, weil immer gesagt wird, füttere halt weniger – aber weniger als wenig geht nicht: Unter 1,5 bis 2 Kilogramm Raufutter pro 100 Kilogramm Lebendgewicht kann einfach nicht das Ziel sein.
Denise Das ist verrückt. Ich hatte das kürzlich bei einer Kundin, wo wir nebenbei auch über ein Hufrehe-Pony gesprochen haben, und sie war ganz erstaunt, als ich das sagte – sie hatten das Pony „auf Diät gesetzt“, und ich dachte, okay, was heißt das genau. Ihnen war nicht klar, dass eine Diät bei einem Pferd anders aussieht als bei uns – wir können so ein Pferd nicht in ein Intervallfasten schicken und unter eine bestimmte Grenze an Raufutter gehen. Genau deswegen nehme ich solche Folgen auf, um mit solchen Mythen wirklich aufzuklären. Und deswegen wäre jetzt meine letzte Frage an dich: Was würdest du Pferdebesitzern mit auf den Weg geben wollen, zum Abschluss dieser sehr umfangreichen Folge?
Alex Sich mehr damit auseinanderzusetzen, was in Futtermitteln drin ist – wirklich mal die Inhaltsstoffe anzuschauen. Wenn da schon 20, 30 Zutaten draufstehen, oder wie du sagtest, beim Kräutermüsli mit 0,3 Prozent Kräuteranteil – da muss man nicht besonders gut rechnen können, um festzustellen, dass da kaum eine Wirkung bestehen kann. Auch das Thema Konservierungsstoffe anschauen: Wird das Futter konserviert? Und sich mehr damit beschäftigen, das Pferd mit vielfältigen Pflanzen zu ernähren, also mehr Vielfalt reinzubringen. Vielleicht kurz noch die Erklärung, was es mit dieser Artenvielfalt im Darm auf sich hat – ich versuche das immer möglichst bildlich zu erklären: Wir sind in einer Fabrikhalle, und im Optimalfall können alle Mitarbeiter alle Tätigkeiten ausführen – einer ist im Urlaub, ein anderer kann einspringen, einer ist krank, die Arbeit kann von jemand anderem übernommen werden. Wenn wir weniger Artenvielfalt im Darm haben, dann fällt Schicht A aus, weil alle irgendwie krank sind, Schicht B ist zwar darauf eingearbeitet und kann etwas übernehmen, aber nicht alles, und Schicht C kann davon gar nichts übernehmen. Dann gibt es einfach Tätigkeiten, die nicht ausgeführt werden können, Stoffe, die nicht oder nicht ausreichend produziert werden. So muss man sich das auch im Darm vorstellen – ein wirklich krass funktionierendes System, und wir wissen auch immer noch nicht alles, das wird sicher noch ein paar Jahre dauern, das ist beim Menschen genauso, weil der ganze Organismus so komplex ist. Ich würde einfach mitgeben, sich wirklich zu überlegen: Wenn ich ein Futtermittel kaufe, ernähre ich damit das Pferd mit seinen süßen großen Augen und sage, ich möchte aber gerne die Melone und die Kokos-Vanille-Leckerlis und das Kräutermüsli, das so schön duftet – oder ernähre ich die Bakterien?
Denise Sehr gut, wunderbar, mega. Ich finde auch schön, das nochmal wie eine Firma zu sehen, die zusammenarbeitet, wo jeder seine Aufgabe hat, seine Aufgabenteilung mit reinbringt. Du hattest vorhin auch das Thema Wurmkuren und Medikamente angesprochen, wenn die zu schnell eingesetzt werden. Ich glaube, bis das Thema funktionelle Gesundheit und Mikrobiom auch in der Schulmedizin ankommt, wirklich gut untersucht wird, soweit möglich, und sich die Leitlinien anpassen, werden nochmal 20, 30 Jahre vergehen. Aber auch wenn nicht alles, was wir hier besprochen haben, wirklich evidenzbasiert ist, glaube ich, dass der gesunde Menschenverstand und das, was man über die Funktion und die Biochemie der Stoffwechselwege lernt, uns auf einen guten Weg bringen kann. In diesem Sinne bedanke ich mich sehr – und wer bis zum Ende durchgehalten hat, darf sich gerne ein Thema wünschen, vielleicht auch eines, das wir heute angesprochen haben und das noch vertieft werden darf. Großer Respekt, Alex, für deinen Einsatz heute und für dieses wirklich umfangreiche Interview. Schaut gerne mal auf Instagram bei Alex‘ Kanal Biomequine vorbei. In diesem Sinne: tausend Dank, Alex.
Alex Sehr gerne.